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Geistliche Impulse
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Ausgerichtet und bereit
Ausgerichtet auf den Vater und verwurzelt in ihm schreitet Jesus auf das Kreuz zu und nimmt es an. Er durchbricht die Sinnlosigkeit des Kreuzes – ganz in der Beziehung zum Vater – und erkennt im Kreuz den Willen des Vaters. Im Kreuz nimmt Jesus die Last der ganzen Menschheit auf sich: die Last der zerstörten Beziehungen und der Einsamkeit, die Last der Sinnlosigkeit und Verzweiflung, die Last des Versagens und der Angst, die Last der Krankheit und der Gebrechen, die Last der Wertlosigkeit und Ohnmacht. Im Kreuz nimmt Jesus, der Sohn Gottes, das Unheil und die Sünden der ganzen Welt an.
Jesus, du sagst: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt. Ich will euch Ruhe verschaffen.“ Ich bringe zu deinem Kreuz alle Menschen, Erfahrungen und Situationen, die mich belasten und mir das Leben schwer machen, die mir mein Leben dunkel und sinnlos erscheinen lassen. Ich bringe zu deinem Kreuz alle Opfer von Unfällen, Katastrophen, Krieg, Gewalt, Terror und Unterdrückung. Jesus, gib mir die Kraft, dass ich meine Last mit dir zusammen jeden Tag neu annehmen und tragen kann. (Sr. Birgit Reutemann OSF, in: Der Kreuzweg)
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BERUFUNG
Maria, ein Mensch wie wir alle. Eine Gerufene und Erwählte, die ringen muss um ihren Glauben, der ihr roter Faden im Leben ist. Sie wird zum Maß, nach dem wir uns richten können. Denn die Heilsgeschichte ist nichts Gewesenes, das vergänglich wäre. Sie ist das Webmuster der Geschichte bis heute. Die Heilsgeschichte geht weiter mit uns und durch uns. Deshalb dürfen wir unsere Berufung im Leben der Gottesmutter spiegeln lassen und sie beglückwünschen zu der Berufung, die sie vorgelebt und als Modell uns hinterlassen hat. Maria, wir beglückwünschen dich zu deinen offenen Ohren. Maria, wir beglückwünschen dich zu deinem beherzten Ja. Maria, wir beglückwünschen dich zu Josef, der deine außergewöhnliche Berufung mitgetragen hat.
(aus: Bertram Meier, Der Dom predigt, Kunstverlag Josef Fink)
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Geh bei mir ein und aus, Heiliger Geist
Geh bei mir ein und aus, Heiliger Geist, damit ich Dir zur Verfügung stehe.
Geh bei mir ein und aus, Heiliger Geist, und wirke durch mich.
Geh bei mir ein und aus, Heiliger Geist, damit ich Dir etwas nütze.
Geh bei mir ein und aus, Heiliger Geist, damit ich für Dich wachsam bleibe.
Geh bei mir ein und aus, Heiliger Geist, damit ich Dich erlebe.
Geh bei mir ein und aus, Heiliger Geist, damit ich mich Dir ergebe.
Geh bei mir ein und aus, Heiliger Geist damit ich Dich liebe.
Richard Thalmann
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Halte inne, inmitten vieler Fragen, inmitten vieler Sorgen, inmitten vieler Ängste, inmitten deines Lebens – jeden Tag aufs Neue. Denn das Wort, das dir Mut macht, kannst du dir nicht selbst sagen. Denn die Hoffnung, die dich trägt, kannst du dir nicht selbst geben. Denn die Liebe, die dich beflügelt, muss erst in dir geweckt werden. Halte inne, damit all dies geschehen kann.
Udo Hahn
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Am 17. September feiern die franziskanischen Ordensgemeinschaften das Fest der Wundmale des hl. Franziskus. Vom Beginn seiner Bekehrung an war der hl. Franziskus von einer tiefen Verehrung und Liebe zum gekreuzigten Christus erfüllt. Als er 1224 auf dem Berg Alverna ganz in Betrachtung versunken war, prägte Christus, der Herr ihm – in einem außerordentlichen Wunder – die Wundmale seiner eigenen Passion ein.
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Ein Kreuz durchkreuzte seine Pläne, durchkreuzte seine Träume; vom Kreuze her sprach Er das unerhörte Wort: Franziskus, baue meine Kirche auf,sie ist zerfallen und entstellt, verlasse dich und traue deinem Gott, dein Glaube verwandelt die Welt.
Ein Kreuz durchkreuzte seine Fragen, durchkreuzte all sein Suchen; vom Kreuze her wies Er ihm einen neuen Weg: Franziskus, baue meine Kirche auf,vom Reichtum ist sie ganz entstellt. Sei arm wie ich und gehe meinen Weg, deine Hoffnung verwandelt die Welt.
Ein Kreuz durchkreuzte seine Hände, durchkreuzte seine Füße; vom Kreuze her traf Er sein ungeschütztes Herz: Franziskus, baue meine Kirche auf, sie ist gespalten und entstellt. Trag ihre Wunden, halte bei mir aus, deine Liebe verwandelt die Welt.
Ein Kreuz durchkreuzt auch deine Wege, durchkreuzt auch deine Schritte; vom Kreuze her fragt Er dich heute wieder neu: Baust du heut mit mir meine Kirche auf? Sie ist von Zweifeln ganz entstellt! Hab Mut und leb das Evangelium, dein Anfang verwandelt die Welt!
(P. Helmut Schlegel)
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An mehreren Tagen in der Woche treffen sich einige Schwestern aus unserer Gemeinschaft, um miteinander das Tagesevangelium zu lesen und sich daraus ein „Wort in den Tag“ schenken zu lassen. Bei unserem Treffen am Fest des hl. Lukas (18. Oktober) haben wir uns bei unserem Austausch an nachstehende Geschichte erinnert. (Leider sind wir bei der Suche nach dem Verfasser/der Verfasserin nicht fündig geworden.)
Da war ein berühmtes Kloster, das in große Schwierigkeiten geraten war. Seine vielen Gebäude waren früher voll junger Mönche gewesen. Seine große Kirche wurde von ihrem Chorgesang erfüllt. Aber jetzt war es verlassen. Es kamen keine Menschen mehr dorthin, um sich im Gebet Stärkung zu holen. Eine Handvoll alter Mönche schleppte sich mühsam durch die Kreuzgänge. Sie priesen Gott mit schwerem Herzen.
Am Rande des Klosterwaldes hatte ein alter Rabbi eine Hütte gebaut. Von Zeit zu Zeit pflegte er dorthin zu kommen, um zu fasten und zu beten. Eines Tages entschloss sich der Abt, den Rabbi aufzusuchen und ihm sein Herz zu eröffnen. Als er sich der Hütte näherte, sah er den Rabbi in der Tür stehen, die Arme weit zum Willkommensgruß ausgebreitet. Im Inneren der Hütte stand ein hölzerner Tisch, auf dem die geöffnete Hl. Schrift lag. Einen Augenblick saßen sie dort – in der Gegenwart des Buches. Dann fing der Rabbi an zu weinen. Der Abt konnte sich nicht halten. Er bedeckte sein Gesicht mit den Händen und begann auch zu weinen. Zum ersten Mal in seinem Leben weinte er sich richtig aus.
Als die Tränen versiegten und alles wieder still war, hob der Rabbi den Kopf. „Du und deine Brüder dienen dem Herrn mit schwerem Herzen“, sagte er. „Du bist gekommen, um dir von mir Rat zu holen. Ich werde dir eine Weisung geben, aber du darfst sie nur einmal wiederholen. Danach darf niemand sie wieder laut aussprechen.“ Der Rabbi schaute den Abt offen und ernst an und sagte:
„Der Messias ist unter euch.“
Eine Weile war alles still. Dann sagte der Rabbi: „Du musst nun gehen.“ Ohne ein Wort, ohne auch nur zurückzuschauen, ging der Abt fort.
Am nächsten Morgen rief der Abt seine Mönche im Kapitelzimmer zusammen. Er erzählte ihnen, dass er vom Rabbi, der im Wald wohnte, eine Weisung erhalten habe und dass diese Mitteilung nie wieder laut ausgesprochen werden dürfe. Dann schaute er seine Brüder einzeln an und sagte: „Der Rabbi hat gesagt, einer von uns ist der Messias.“
Die Mönche waren von dieser Aussage bestürzt und fragten sich, was das bedeuten könne. „Ist Bruder Johannes der Messias? Oder Pater Matthäus? Oder Bruder Thomas? Bin ich der Messias?“ Alle waren ganz verwirrt von diesem Wort des Rabbi. Aber keiner erwähnte es jemals wieder.
Mit der Zeit begannen die Mönche, einander mit einer ganz eigenen Ehrfurcht zu begegnen. Etwas Edles und Aufrichtiges, etwas warmherzig Menschliches war unter ihnen, das schwer zu beschreiben, aber leicht zu bemerken ist. Sie lebten zusammen wie Menschen, die endlich etwas gefunden hatten. Gemeinsam betrachteten sie die Schrift wie Menschen, die immer voll Erwartung waren. Besucher fühlten sich tief bewegt vom Leben dieser Mönche.
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ADVENT heißt: ankommen.
Häufig seufzen Menschen: „Ich bin noch nicht ganz da. Lass mich doch erst einmal ankommen!“ Wir sind meistens nicht dort, wo wir sind. Wir sind mit unserer Seele noch nicht angekommen. Advent ist eine Chance, die Seele nachkommen zu lassen. Nur wer ganz da ist, kann offen sein für Neues.
Jede Begegnung mit einem Menschen ist ein Ankommen Gottes bei uns, das zu einem besonderen Ereignis wird, wenn wir offen dafür sind. Im Advent können wir genau darauf wieder aufmerksam werden: Gott kommt in jedem Augenblick.
Anselm Grün
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An ihren Früchten wird man sie erkennen
(Mt 7,16)
An ihren Stimmen, an ihren Häusern, an ihren Liedern, an ihren Büchern, an ihren Freunden, an ihren Ehen, an ihren Kindern, an ihrem Lachen, an ihrem Schweigen, an ihrem Reden, an ihrer Trauer, an ihrer Freude wird man Christen erkennen.
Ein strahlender Mensch beweist eindringlicher als Worte, dass Gott im Menschen lebt. .
Martin Gutl
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Kehr um, sonst bleibt alles beim Alten! Kehr um, sonst ändert sich nichts! Kehr um, sonst entfernst du dich von dir! Kehr um, sonst siehst du alles von der falschen Seite!
Kehr um, sonst bemerkst du nichts vom Ganzen! Kehr um, sonst bleibt dir Gott verborgen! Kehr um, sonst spielt sich alles hinter deinem Rücken ab!“ .
Martin Gutl
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